Gründung und Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Moorgarten DER HANSESTADT LÜBECK



Der Ortsteil Moorgarten liegt im Südwesten von Lübeck und grenzt an den Kreis Stormarn und Lauenburg. 1821 siedelten sich die ersten Menschen in der damaligen Niendorfer Heide an und machten das Land durch Roden und Säen urbar, so dass ein dunkler und schwarzerdiger Garten entstand.


Auf Antrag des Gutsherrn des Gutes Niendorf, Herrn von Heintze, wurde durch Erlass des Bürgermeisters und Rat der Freien Hansestadt Lübeck vom 26. September 1827 der urbargemachte Teil der Niendorfer Heide „Moorgarten“ benannt. Gleichzeitig wurde das Land in 30 kleine Landstellen aufgeteilt und in Erbpacht vergeben. Moorgarten gehörte weiterhin zum Gut Niendorf, welches ab 17. April 1844 amtlich den Namen Gesamtgut Weißenrode führte.


Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr von Moorgarten
Durch das Gesetz betreffend Änderung der Landgemeindeordnung für den Lübeckischen Freistaat vom 21. September 1921 war Moorgarten eine selbständige Landgemeinde geworden. Der § 1 der Feuerlöschordnung für den II. und III. Feuerlöschkreis des Lübschen Staatgebietes vom 16. Februar 1915 bestimmt, dass in jedem eingemeindeten Stadtteil und in jeder Landgemeinde aus den feuerwehrpflichtigen Einwohnern eine Feuerwehr zu bilden ist, sofern nicht eine solche bereits besteht.


Hierauf wurde am 1. Februar 1923 eine Pflichtfeuerwehr und eine Ordnungsmannschaft in Stärke von ca. 27 Mann bestimmt.


Auf Anregung des Branddirektors wurde, nachdem mehrere Besprechun­gen mit dem Gemeindevorsteher stattgefunden hatten, am 1. Februar 1925 in Moorgarten eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die Mitgliederzahl der ins Leben gerufenen Wehr betrug 20.


Da nun eine Feuerwehr ohne Spritze nur etwas „halbes“ ist, wurde der Gemeinde vom Stadt- und Landamt die Anschaffung einer Spritze auferlegt. Der Gemeinde wurde aus dem Bestand der Lübecker Berufsfeuerwehr eine Handdruckspritze zum Preise von 780,- Mark überlassen.


Zum Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr wurde der Kamerad Heinrich Rauh gewählt und zu dessen Stellvertreter der Kamerad Fritz Lieps.


Die Statuten und Dienstvorschriften der Feuerwehr Niendorf wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Moorgarten laut Versammlungsbeschluss vom 22. Februar 1925 mit entsprechenden Abänderungen übernommen. Für die Unterbringung der Handdruckspritze wurde 1925 ein kleines Gerätehaus mit der Grundfläche 3,50 m x 2,70 m in der Moorgartener Straße / Ecke Bartelsholz gebaut. Die persönliche Schutzausrüstung (Helm, Beil, Hakengurt) wurde zu Hause aufbewahrt.


Dienstbesprechungen und Versammlungen wurden im ehemaligen Wachholderkrug abgehalten.


Ende der dreißiger Jahre erhielt die Wehr einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit einer DKW-Motorspritze, die immerhin 400 l pro Minute fördern konnte. Der TSA wurde von einem Traktor, den die Bauern zur Verfügung stellten, gezogen.


Während des 2. Weltkrieges wurden auch viele Kameraden der Wehr zum Kriegsdienst einberufen. Um dennoch den Brandschutz in Moorgarten sicherzustellen, wurden die Frauen zum Feuerlöschdienst herangezogen. 1942 bestand die Feuerwehr Freiwillige Feuerwehr Moorgarten aus 9 Frauen und dem Wehrführer Werner Wieck, die auch mehrere Brände gelöscht haben. Nach dem Kriegsende löste sich die „Frauenfeuerwehr“ auf und die heimgekehrten Kameraden übernahmen wieder ihre Aufgaben.


Im Jahr 1964 bekam die Wehr ihr erstes Fahrzeug, und zwar 1 Tragkraftspritzen-Fahrzeug (TSF) mit einer Truppbesatzung. Die in dem Fahrzeug eingeschobene Tragkraftspritze hatte eine Förderleistung von 800 l pro Minute. Da das TSF nicht in das Gerätehaus passte, wurde das Gerätehaus in Eigenarbeit um 2 m verlängert und die Toreinfahrt um 30 cm verbreitert.


Anfang 1970 erhielt die Wehr ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8) mit einem Wassertank von 800 l, das in einer angemieteten Garage untergestellt wurde.


Seit Ende der sechziger Jahre begannen schon die Planungen für ein neues Gerätehaus, aber erst im Herbst 1991 konnte mit dem Neubau des Gerätehauses begonnen werden. Der Neubau war nunmehr vorgesehen auf dem Gelände des bisherigen Löschteichs. Der Bau ging so rasant voran, dass die Grundsteinlegung ausfiel und bereits am 11. Dezember 1992 das Richtfest gefeiert werden konnte. Die Einweihung fand am 20. Dezember 1993 statt.